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Eishöhle Geologie
Die Geologie Das Generalthema innerhalb der vier Objekte des Inntaler Höhlenweges ist im Falle der Hundsalm Eis- und Tropfsteinhöhle die Geologie – die Höhle als Naturraum. Höhlenbildung setzt verkarstungsfähige Gesteine voraus und im Falle der Hundsalm Eis- und Tropfsteinhöhle handelt es sich dabei um den Wettersteinkalk. Dieser ist nicht nur der Hauptfelsbildner der westlichen Nördlichen Kalkalpen; er baut auch den Rücken auf, der vom Pendling bei Kufstein inntalparallel über das Köglhörndl, das Hundsalmjoch und den Nachberg Richtung Brandenberg zieht. Seine hellgrauen bis weißen Kalkbänke liegen jedoch nicht mehr in ihrer ursprünglichen horizontalen Lagerung, sondern bilden ein gigantisches Gewölbe, eine sogenannte Antiklinale. Davon kann sich jeder überzeugen, wenn er von Angerberg kommend zur Buchackeralm und weiter zur Hundsalm wandert: Im Bereich der Serpentinenstraße, die sich von Angerberg heraufwindet, fallen die Gesteinspakete steil hangparallel nach Süden ein. Im Bereich der Buchackeralm liegen die gleichen Schichten schon fast eben und im nördlich anschließenden Gebiet der Hundsalm herrscht bereits allgemeines Nordfallen vor. Somit überschreitet man also von Süden nach Norden eine Sattelstruktur. Diese Antiklinale des Wettersteinkalkes wird von zahlreichen jüngeren Störungen durchzogen, entlang derer z.B. im Gebiet nordöstlich der Buchackeralm ein bereits auf den ersten Blick andersartiges Gestein auftritt, der Hauptdolomit. Er ist auf Grund der starken sprödtektonischen Deformation nicht standfest und zerbricht zu eckigen Stücken. Noch ein dritter Gesteinstypus findet sich im Gebiet der Buchackeralm und fleckenartig weiter Richtung Köglalm. Es handelt sich meist um braune Sandsteine und Konglomerate  der Gosau Schichten. Weiter westlich in Brandenberg, aber auch nahe der Köglalm sind diese Schichten fossilreich ausgebildet. Das Gebiet der Hundalm weist eine Anzahl von Karsterscheinungen auf; zum einen finden sich an vielen Stellen, z.B. am Steig zur Höhle, schöne Rillenkarren; zum anderen werden aufmerksamen Wanderern durch Stacheldraht abgezäunte Stellen auffallen; es handelt sich dabei um mehrere Meter tiefe Schächte, die jedoch allesamt am Grund verschüttet sind. Der mit einer Naturbrücke ausgebildete Doppelbrückenschacht befindet sich z.B. unweit der Viktor-Büchel-Forscherhütte. Ein weiteres, auf den ersten Blick leicht zu übersehendes Merkmal dieses Gebietes ist die karstbedingt hohe Durchlässigkeit des Felsunter- grundes: Es fehlen Bäche und die Entwässerung geht im Wesentlichen unterirdisch vor sich. Die Hundalm Eis- und Tropfsteinhöhle selbst liegt im Wettersteinkalk und verdankt ihre Entstehung einer markanten tektonischen Störung, die steil stehend in NNW-SSO-Richtung den bewaldeten Hügel durchschlägt.