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Die Tropfsteine Eine Besonderheit der Höhle ist das gemeinsame Vorkommen von Sinterbildungen (Tropfsteine) und Höhleneis. Erstere bilden sich aus karbonathaltigem Sickerwasser, und setzen deshalb Temperaturen über dem Gefrierpunkt voraus. Höhleneis hingegen kann sich bekanntlich nur bei Minustemperaturen bilden (und erhalten bleiben). Dieser scheinbare Widerspruch ist aber leicht zu erklären: Der allergrößte Teil der Tropfsteine in der Hundalm Eis- und Tropfsteinhöhle sind viel älter als das Eis und stammen aus klimatisch wärmeren Zeiten. So ergab die Analyse eines Tropfsteins aus dem Neuteil ein Alter zwischen 125.000 und 130.000 Jahren und stammt somit aus der letzten Warmzeit. Eine zweite Probe aus der Christlkammer erwies sich als wahrer Methusalem: sie ist mindestens 350.000 Jahre alt. Das Höhleneis Das Besondere der Höhle ist jedoch das ganzjährige Vorhandensein von Eis. Auf bis zu 7 m wurde die Mächtigkeit der  Eismasse im Eisdom geschätzt. Während die oberflächlichen Eisschichten und die dekorativen Eisfiguren starken jahreszeitlichen Schwankungen unterliegen, dürfte der massive Eiskörper deutlich älter sein. Ein Holzrest nahe der Eisbasis wurde mit der Radiokarbon-Methode altersbestimmt und ergab ein (dendrochronologisch korrigiertes) Alter von 605 bis 690 n. Chr., also frühes Mittelalter. Dieser Wert bedeutet, dass das Eis, das den Ast einschloss, jünger sein muss, also um bzw. nach 605-690 n.   Chr. gebildet wurde. Das heißt natürlich nicht, dass das gesamte Eis so alt ist, aber der untere Teil dürfte ziemlich sicher ein solches Alter aufweisen. Seit einigen Jahren beobachtet man einen Rückgang des Eises im Eisdom und ein Zurückschmelzen des Bodeneises von den angrenzenden Felswänden. Inwieweit sich hier ein längerfristiger Trend abzeichnet versuchen laufenden Messreihen festzustellen. Höhlenplan
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